Bei Windows Management Instrumentation (WMI) handelt es sich um die Basistechnologie von Microsoft für die Überwachung und die Verwaltung Windows-basierter Systeme. Mit Hilfe von WMI können Sie auf Daten vieler Parameter in Windows-Konfigurationen zugreifen, ebenso wie auf aktuelle Werte zum Systemstatus. Der Zugang erfolgt entweder lokal oder extern über eine Netzwerkverbindung. WMI basiert auf COM und DCOM und ist in Windows 2000, XP, 2003, Vista und Windows 7 bereits integriert (Erweiterungen sind für Windows 9x und NT4 erhältlich). PRTG unterstützt WMI offiziell ab Windows XP.

Um externe Geräte überwachen zu können, benötigen die WMI-Sensoren in PRTG Zugangsdaten eines Active Directory Kontos für den Zugriff auf ein WMI-Interface. Sie können diese Zugangsdaten in PRTG für das übergeordnete Gerät oder die übergeordnete Gruppe eingeben. Der Sensor übernimmt dann diese Einstellungen.

WMI-Sensoren

PRTG unterstützt die folgenden WMI-basierten Sensortypen:

  • WMI-Prozessorlast: Misst die Prozessorlast eines Systems (Gesamtlast und die Last pro Prozessor).
  • WMI-Arbeitsspeicher: Stellt den freien Systemspeicher dar (in MB und %).
  • WMI-Laufwerk: Freier Festplattenspeicher auf stationären Laufwerken (MB und %, per Laufwerk). Überwacht alle Laufwerke eines Zielsystems mit einem Sensor (jedes Laufwerk in einem eigenen Kanal).
  • WMI-Netzwerkadapter: Misst den Datenverkehr in Netzwerkkarten.
  • WMI-Datenträger: Überwacht den freien Plattenplatz auf einem Laufwerk. Überwacht nur ein Laufwerk (eine Festplatte) pro Sensor (verfügbar für Windows Vista und höher). Ziehen Sie diesen Sensor dem WMI-Laufwerk Sensor vor.
  • WMI-Auslagerungsdatei: Überprüft die Auslastung der Windows-Auslagerungsdatei.
  • WMI-Dienst: Überprüft, ob ein Dienst läuft, optional startet er diesen neu, wenn er nicht läuft.
  • WMI-Prozess: Überwacht genau einen Prozess.
  • WMI-Ereignisprotokoll: Überwacht den Systembetrieb, System- und Sicherheitsverlauf auf bestimmte Vorkommnisse hin.
  • WMI-Datei: Überwacht Dateigröße und -bestand, ebenso wie Veränderungen bei einer Datei.
  • WMI (Benutzerdef.): Führt eine benutzerdefinierte WMI-Abfrage aus.
  • WMI Wichtige Systemdaten: Benutzer können aus mehr als 20 verschiedenen zentralen Windows Systemparametern auswählen (CPU: Prozessorzeit (%), Länge der Prozessorwarteschlange, Privilegierte Prozessorzeit (%), Benutzerprozessorzeit (%), System: Thread Context Switches/sec, Speicher: Freier Physikalischer Speicher, Speicher: gesamter sichtbarer Speicher, Speicher: Seiten/Sek., Speicher: Seitenfehler/Sek., Speicher: Seitenlesezugriffe/Sek., Speicher: Seitenschreibzugriffe/Sek., Speicher: Benutzung der Auslagerungsdatei (%), Speicher: Pool Nonpaged Bytes, Memory: Pool Paged Bytes, Memory: Cache Bytes, Memory: Committed Bytes, Datenträger: Datenträgerzeit Prozent (nur Windows 2000/XP/Server2003), Datenträger: Momentane Warteschlangenlänge, Disk: Bytes/sec (Windows 2000/XP/Server 2003 only), Datenträger: Lesezugriffe/Sek. (nur Windows 2000/XP/Server 2003), Datenträger: Schreibzugriffe/Sek. (nur Windows 2000/XP/Server 2003), Netzwerk: Bytes gesamt/Sek., Netzwerk: Bytes empfangen/Sek., Netzwerk: Bytes gesendet/Sek., Network: Packets Outbound Errors, Server: Bytes gesamt/Sek., Server: Bytes empfangen/Sek., Server: Bytes gesendet/Sek., CLR Memory: % Time in GC, CLR Memory: # Bytes in all Heaps, CLR Exceptions: # of Excepts Thrown / sec).

Grenzen und Überlastung des WMI-Systems unter Windows Vista und Windows Server 2008 R1

Bitte beachten Sie, dass die Leistung der WMI-basierten Überwachung drastisch reduziert wird, wenn der Computer, auf dem die Überwachung läuft oder ein zu überwachendes System unter Windows Vista oder Windows Server 2008 R1 läuft. Bei der Netzwerküberwachung mittels WMI sind Windows XP und Windows 2003 bis zu 70 Mal schneller als Windows 2008 oder Vista.

Diese Beschränkungen liegen nicht innerhalb von PRTG, sondern sind in der WMI-Funktionalität dieser Betriebssysteme begründet.

Im Folgenden finden Sie ausführliche Ergebnisse zum WMI-Test auf ausgewählten Windows-Versionen (maximale Anzahl von WMI-Anfragen pro Sekunde):

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Die Ergebnisse unserer Tests sind:

  • Unter Windows XP/Windows 2003/Windows 7/Windows 2008 R2 können Sie unter optimalen Bedingungen ca. 10.000 WMI-Sensoren in einem Intervall von einer Minute überwachen. Optimale Bedingungen herrschen z.B. dann, wenn PRTG-Server und Zielsysteme ausschließlich unter Windows 2003 laufen und sich im gleichen LAN-Abschnitt befinden. Die tatsächliche Leistung kann deutlich schlechter ausfallen, abhängig vom Aufbau des Netzwerks und des WMI-Zustandes der Zielsysteme. So konnten wir auch Konfigurationen beobachten, die nur mit 500 Sensoren (oder sogar weniger) zufriedenstellend funktionierten.
  • Unter Windows Vista/Windows 2008 R1 können Sie ca. 300 WMI-Sensoren in einem Intervall von einer Minute überwachen.
  • Mit einer zunehmenden Anzahl zu überwachender Systeme (Clients) unter Windows Vista/Windows 2008/Windows 7 in Ihrem Netzwerk wird auch die Leistung der WMI-Überwachung zunehmend beeinträchtigt.
  • Die Systemleistung (CPU, Speicher etc.) auf virtuellen Systemen beeinträchtigt die Leistung der WMI-Überwachung kaum.

Wenn Sie eine WMI-Netzwerküberwachung auf mehr als 20 bis 30 Rechnern verwenden möchten, beachten Sie bitte folgende Regeln:

  • Verwenden Sie kein Windows Vista oder Windows 2008 R1 auf der Überwachungsstation für eine WMI-basierte Netzwerküberwachung.
  • Wenn möglich, verwenden Sie Windows 2003 R2 Server für eine WMI-basierte Netzwerküberwachung (oder alternativ Windows XP bzw. Windows 7/2008 R2).
  • Wenn Sie PRTG nicht auf Windows XP/Windows 2003 verwenden können, prüfen Sie, ob Sie für die WMI-Überwachung eine entfernte Sonde (remote probe) mit Windows XP verwenden können. (Sie bekommen immer noch eine viel bessere Leistung bei der WMI-Überwachung, wenn Sie eine entfernte Sonde auf einer virtuellen Maschine mit Windows XP oder Windows 2003 betreiben, als auf einem "echten" Windows Vista/Windows 2008 R1 System.)
  • Ziehen Sie für große Netzwerke einen Wechsel auf SNMP-basierte Überwachung in Betracht. Mit SNMP können Sie problemlos die zehnfache Menge an Knoten überwachen, die Sie mit WMI überwachen könnten (auf der gleichen Hardware).

Links zu WMI-bezogenen Beiträgen

Paessler's Ratgeber zur Lösung von WMI-Problemen (in englischer Sprache).
http://www.paessler.com/support/kb/prtg7/wmi_not_working/

Paessler WMI-Tester - Eine hilfreiche Freeware zum Testen von WMI-Verbindungen. Überprüft auf einfache Art und Weise die Erreichbarkeit von WMI-Zählern (Windows Management Instrumentation counters)
http://www.paessler.com/tools/wmitester

Microsoft: Technischer Artikel zu "Windows Management Instrumentation" (WMI): Managing Windows with WMI (auf Englisch)
http://msdn2.microsoft.com/en-us/library/ms811533.aspx

Microsoft: WMI-Referenz (auf Englisch)
http://msdn.microsoft.com/en-us/library/aa394572.aspx

Siehe auch:

Vergleich der Sensortypen zur Bandbreitenüberwachung



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