Übernehmen von Einstellungen
Die hierarchische Liste wird nicht nur dafür gebraucht, um Sensoren in Gruppen zu organisieren. Es gibt darüberhinaus noch einen weiteren wichtigen Aspekt, welchen wir "Übernehmen" (engl. "inheritance", Vererbung) nennen. Um eine schnelle und einfache Steuerung und Verwaltung zu gewährleisten - besonders bei sehr umfangreichen Überwachungsvorhaben -, werden bestimmte Einstellungen aus der jeweils übergeordneten Ebene "übernommen". Sie können beispielsweise die Überwachungsintervalle für alle Sensoren ändern, indem Sie die Intervalleinstellung der ranghöchsten, obersten Gruppe "Hauptgruppe" (engl. "Root") bearbeiten (sofern keine andere Einstellung weiter unten in der Hierarchie definiert ist).
Dieses automatische Übernehmen kann auf jeder niedrigeren Ebene von Hand verändert werden, indem man für spezielle Gruppen, Geräte oder Sensoren einen anderen Wert eingibt. Alle Objekte unterhalb übernehmen dann diese neue Einstellung, die Objekte oberhalb bleiben unverändert.
Folgende Einstellungen können übernommen werden:
- Überwachungsintervall.
- Benachrichtigungen und Trigger.
- Die Einstellungen zur Authentisierung bei Windows und die Einstellungen zur WMI-Kompatibilität (bei WMI-Sensoren).
- Die Einstellungen zur Authentisierung bei ESX/ESXi-Servern (für VMware Server).
- Die Einstellungen zur SNMP-Authentisierung und -Kompatibilitätseinstellungen.
- Kanal- und Einheitenkonfiguration.
- Zugangsrechte für Benutzer.
- Pausenstatus: Wenn ein Objekt von einem Benutzer, einem Zeitplan oder einer Abhängigkeit pausiert wird, so werden alle angeschlossenen Sensoren ebenfalls in den Pausenstatus versetzt.
Es gibt allerdings eine Ausnahme für alle Geräte und Sensoren: Die IP-Adresse (oder der DNS-Name) eines Gerätes sowie die SNMP- und WMI-Einstellungen werden von den Sensoren immer übernommen und können auf der Sensorebene nicht verändert werden.
Um die Übernahme der Einstellungen zu überschreiben und eigene Werte einzugeben, rufen Sie die Einstellungsseite für das entsprechende Objekt auf und entfernen Sie vor dem gewünschten Eintrag "Übernehmen: ... von ..." das Häkchen. Als Beispiel sehen Sie hier die Windows-Authentisierungseinstellungen nach dem Entfernen des Häkchens:

Voreinstellungen
Für alle Einstellungen (außer Passwörter) bietet PRTG einen Satz von Standardwerten an, mit denen Sie die Software sofort benutzen können. Beispielsweise werden die folgenden Einstellungen der "Hauptgruppe" (Engl. "Root") von allen Sensoren übernommen:
- Standardüberwachungsintervall von einer Minute.
- SNMP-Version 1 mit Community-String "public" (Grundeinstellung für die meisten Geräte).
- Kein Eintrag bei "Zeitpläne und Abhängigkeiten", kein Konto zur Windows-Authentisierung.
- Eine Reihe von Zeitplänen (unter "Konfig.")
- Verschiedene Einstellungen zur Datenbereinigung.
Einige dieser Standardeinstellungen werden Sie möglicherweise im Laufe der Zeit anpassen müssen, wenn Sie sich besser mit dem System auskennen. Am Anfang sollten diese Einstellungen den meisten Anwendungssituationen gerecht werden.
Tipp: Bevor Sie Sensoren anlegen, rufen Sie die Einstellungen der Root-Gruppe auf und setzen Sie alle Werte so, dass Sie für Ihre Konfiguration geeignet sind (inklusive der notwendigen Zugangsdaten). Dies macht Ihnen später die Arbeit leichter.